Komische Leute in Käfigen - Gastbeitrag von Fob
Zwei Wochen Urlaub beim Janni, mein erster Besuch in China und sogar mein erster Trip nach Asien - das war der Plan. Als China-und-Asien-Neuling, gabs schon bei der Ankunft am Flughafen von Beijing die ersten Missverständnisse. Zwei Chinesen fingen mich schon vor der Passkontrolle ab und wollten irgendwas von mir. Nach einem 2-Minuten-”Gespräch” war klar, dass die mir nur ne chinesische Simkarte andrehen wollten.
Passend zum ersten China-Erlebnis wurde ich von Jan und Monica mit einem Schild, das die Aufschrift Looser trug, empfangen. Hmm..
Bei der anschließenden Taxifahrt habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum der Taxifahrer in einem Käfig sitzt. Die Frage wer hier vor wem geschützt werden soll, konnte ich auch nach 14 Tagen intensiver Taxi-Fahr-Erfahrungen nicht klären.
Nach nem kleinen Dumpling-Snack (wie schreibt man das?) gings zu ner kleinen Geburtstagsfeier, wo ich mir erstmal ne Rippe beim Basketball spielen gebrochen hab (Eigentlich bin ich mir nicht sicher, ob ich mir die Rippe gebrochen hab, aber irgendwie sind die Schmerzen noch nicht weggegangen und beim Lachen knackt es manchmal ganz merkwürdig. Hätt ich bloß ne Auslandskrankenversicherung!).
Am dritten Peking-Tag kam mein Einsatz als Freiwilliger: Ich sollte irgendwie als Aufpasser bei einem Sightseeing-Trip von chinesischen Schülern mitmachen, die gerade nen Wintercamp in Beijing machten. Das Programm für diesen Tag hörte sich ganz gut an:
- Besuch eines Planetariums
- Besichtigung des Olympia-Stadiums
- Besuch eines Aquariums
- Gedöns
Joa, so ganz kam der Plan nicht hin:
- Der Besuch des Planitariums hat exakt 10 Minuten gedauert. Wir sind durch irgend so eine Vorhalle gehuscht, in der ein paar Bilder vom Mond und der Sonne hingen. Außerdem wurden bestimmt 100 Photos von mir gemacht - “You look like a Hollywood-Star” - What da Hell??
- Das Olympiastadion konnten wir für ca. 5 Sekunden ganz gut aus dem Bus sehen. Hätte Joan nicht gerufen “Come on! Make some pictures! Photo, photo!!”, hätte ich diesen Blick wohl verpasst. Wir hielten dann nochmal an nem Bauzaun, aber irgendwie muss da wohl organisatorisch etwas schief gelaufen sein. Meine Frage “Why can’t we get in?”wurde mit einem freundlichen, aber bestimmten “Thank yoouuu!” und einem Grinsen abgewimmelt.
- Das Aquarium war prima
- Gedöns: Ich glaube, ich bin auf mindestens 500 Photos drauf. Die Schüler waren alle sehr nett und freundlich. War schon witzig, was die für eine Vorstellung von Deutschen haben. Am Ende des Tages fühlte ich mich wirklich wie ein Hollywood-Star.
Insgesamt hab ich in diesen Wochen wie ein König gelebt (also Hansen-gemäß):
- Fast jede Mahlzeit haben wir in tollen, edlen, ausgefallenen oder landestypischen Restaurants/Cafés eingenommen. Zweimal haben wir sogar die Küche besichtigen können: Einmal haben wir einen Blick auf einen Peking-Ente-Ofen riskieren können und ein anderes mal haben wir zugesehen, wie ein Fisch ausgenommen wurde (das war ein wenig brutal, da der Fisch erst entschuppt wurde und dann erst aufgeschlitzt wurde). Naja, Jan hat auch keinen Herd und die Restaurantbesuche kosten auch nich viel…
- Jede größere (mehr als 1km) wurde mit dem Taxi bewältigt. Das hatte den Vorteil, dass man jede Menge Storries sammeln konnte: Von Taxi-Fahrern, die nahezu blind mit 20km/h über ne Autobahn juckeln, bis zu Taxi-Fahrern die es schaffen 20 Minuten am Stück vor sich hin zu rotzen (bzw. am Hochziehen sind) war alles dabei. Man sollte wirklich ein Meine-Taxifahrer-Logbuch führen…
- Ferner haben wir wirklich coole Clubs/Kneipen besuchen können. Das China Doll, das Suzi Wong und das Centro fand ich z. B. recht gediegen!
Das waren wirklich aufregende 14 Tage in Beijing. Ich komme gerne wieder, sofern Jan nochmal seine Couch bereitstellt (die war, glaube ich, auch nicht besonders hilfreich beim Heilungsprozess meiner Rippe - irgendwas is ja immer).
Sightseeing-mäßig habe ich fast alles gesehen. Als letztes z.B. den Lama Tempel. Da wird sogar noch gebetet. Aber Obacht: als wir da waren, hat eine Familie direkt neben den betenden Leuten in eine Plastiktüte kacken lassen. Die spinnen, die Chinesen
Wie auch immer. Zaijian vom Fob - Bis denn dann…

